fachliche Qualifikation Fehlbesetzung

BESTENS QUALIFIZIERT IST NOCH LANG NICHT PERFEKT FÜR DIE STELLE

Ihr Projektteam ist perfekt zusammengestellt – alle notwendigen Skills sind vorhanden. Doch das Projekt läuft einfach nicht rund.

Sie haben die Abteilung um zwei kompetente und erfahrene Mitarbeiter aufgestockt, aber das Arbeitsergebnis hat sich nicht gravierend verbessert.

Die neuen Azubis sind ′ne Wucht – zumindest dachten Sie das. Aber die Leistung bleibt weit hinter Ihren Erwartungen zurück.

Und nun fragen Sie sich: Haben Sie wirklich die richtigen Mitarbeiter ausgewählt oder sind das vielleicht doch Fehlbesetzungen? Den fachlichen Qualifikationen nach zu urteilen passt vermutlich alles. Aber haben Sie auch schon mal danach geschaut, ob die Eigenschaften der Mitarbeiter zu den Eigenschaften der Stelle oder des Projekts passen?

Fachliche Qualifikation ist nicht alles

Für mich war dazu ein Gespräch mit einem HR-Manager eines mittelständischen Unternehmens ganz bezeichnend. Die Zahlen stimmten und das Unternehmen hatte zahlreiche neue Führungskräfte aus Großkonzernen rekrutiert, doch irgendwie gab es nicht den erwarteten Push nach oben. Da es nicht an den Menschen liegen konnte – die waren ja hochqualifiziert –, holte die Geschäftsführung Leanmanager ins Unternehmen, die schnell zur Erkenntnis kamen: „Die Prozesse funktionieren bestens, es liegt an den Menschen!“ Die Verwirrung war groß. Wie konnte das sein?

Aber genau diese brauchen Unternehmer ab und zu – als Impuls um neue Sichtweisen zuzulassen. Um mal darüber nachzudenken, woran es wirklich liegen könnte. Manchmal reicht es eben nicht aus, dass die fachlichen Qualifikationen und die Aufgaben einer Stelle wie in den meisten Unternehmen bis ins kleinste Detail in seitenlangen Stellenbeschreibungen festgehalten werden. Haben Sie schon einmal daran gedacht, dass sowohl eine Stelle als auch Ihre Mitarbeiter mehr sind als eine rein formale Beschreibung?

Die Mischung macht’s

Jeder Mensch hat Eigenschaften. Jede Stelle verlangt nach bestimmten Eigenschaften. Und genau hier lohnt es sich, einmal genauer hinzusehen. Zum Beispiel gibt es typisch männliche und typisch weibliche Eigenschaften. Nun will ich gar nicht in die Genderdiskussion einsteigen. Denn hier geht es bei männlich und weiblich, nicht um Mann und Frau. Jeder kann sowohl männliche als auch weibliche Eigenschaften besitzen. Aber wie bei so vielen Dingen im Leben: Die Mischung macht’s – auch bei weiblichen und männlichen Fähigkeiten in Ihren Teams.

Weibliche Eigenschaften sind die Stärke im Miteinander, Gegenseitigkeit, Teamentwicklung und Zwischenmenschlichkeit. Sie sehen eher das große Ganze, denken weiter und sorgen für Vernetzung. Und sie wissen auch, wann ein Verschnaufen zwecks Rückschau und weiterer Planung nötig ist. Männliche Eigenschaften drücken sich dagegen durch Direktheit und Durchhaltevermögen aus. Sie verfolgen ihre Ziele auch mal rücksichtslos, kennen keine Hindernisse und gehen den Weg, ohne zu verschnaufen.

Klasse fürs Team, wenn beides situativ zur Geltung und vor allem bewusst zum Einsatz kommt. Wenn’s sein muss eben mit Härte oder mit einer weichen weiblichen Ader.

Wagen Sie ein Experiment

Nun ist es gar nicht wichtig, dass Sie darauf achten, dass Sie immer den Ausgleich zwischen Frauen und Männern schaffen. Starten Sie doch einmal ein Experiment und achten bei der nächsten Stellen- oder Projektteambesetzung mal auf die Eigenschaften. Was ist notwendig, um die Aufgaben zu lösen? Eher Kreativität oder doch rationales Denken? Welche Anforderungen hat Ihr Projektkunde? Braucht er eher zahlenorientierte oder darüber hinaus originelle Lösungsansätze? Und welche Eigenschaften bringt Ihr Bewerber mit?

Sicher müssen Sie weiterhin die technischen und fachlichen Anforderungen bei Ihren Besetzungen im Blick behalten. Aber die Erfahrung von mir und meinen Evoleo-Kollegen zeigt: Es könnte durchaus mehr drin sein und die Zahl der Fehlbesetzungen in Teams und Projekten verringern, wenn Sie Ihren Blick weiten und auch mal unter die Oberfläche schauen.

Ich wünsch Ihnen gute neue Erkenntnisse.

Simone Mäkelä
simone.maekelae@evoleo.de
2 Kommentare
  • Jörg Unkrig
    Geschrieben um 11:58h, 06 August Antworten

    Wichtiges Thema. Häufig zu wenig beleuchtet wird die Frage: ist es überhaupt der richtige Chef??? Davon oder dazu wünsche ich mir mehr.

    • Simone Mäkelä
      Geschrieben um 13:14h, 06 August Antworten

      Lieber Herr Unkrig,
      danke für Ihren Kommentar und Ihre Anregung. Und ja, gerne: Sie werden mehr bekommen.Es ist ja unser Herzthema.
      Mit herzlichem Gruß
      Simone Mäkelä für das Evoleo Team

Einen Kommentar schreiben