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DER BOSS

Ein Körper hatte Langeweile,
da stritten seine Körperteile,
ganz heftig und mit viel Geschrei,
wer wohl der Boss von ihnen sei.

„Ich bin der Boss“, sprach das Gehirn,
„ich sitz‘ ganz hoch hinter der Stirn,
muss stets denken und euch leiten,
ich bin der Boss, wer will’s bestreiten?“

Die Beine sagten halb im Spaße,
„Gib‘ nicht so an, du weiche Masse.
Durch uns der Mensch sich fortbewegt,
ein Mädchenbein den Mann erregt,
der Mensch wirkt doch durch uns erst groß,
ganz ohne Zweifel: Wir sind der Boss!“

Die Augen funkelten und sprühten:
„Wer soll uns vor Gefahr behüten,
wenn wir nicht ständig wachsam wären,
uns sollte man zum Boss erklären!“

Das Herz, die Nieren und die Lunge,
die Ohren, Arme und die Zunge,
ein jeder legte schlüssig dar:
„Ich bin der Boss – das ist doch klar!“

Selbst der Penis strampelt keck sich bloß
und rief entschlossen: „Ich bin der Boss!
Die Menschheit kann mich niemals missen,
denn ich bin nicht nur da zum Pissen!“

Bevor man die Debatte schloss,
da furzt das Arschloch: „Ich bin der Boss!“
Hey, wie die Konkurrenten lachten
und bitterböse Späße machten.

Das Arschloch darauf sehr verdrossen,
hat zielbewusst sich fest verschlossen,
es dachte konsequent bei sich:
„Die Zeit, die arbeitet für mich,
wenn ich mich weigere zu scheißen,
werd‘ ich die Macht schon an mich reißen!“

Schlaff wurden Penis, Arme, Beine,
die Galle produzierte Steine,
das Herz, es stockte schon bedenklich,
auch das Gehirn fühlte sich leicht kränklich.
Das Arschloch war nicht zu erweichen,
ließ hier und da ein Fürzchen streichen.

Und die Moral von der Geschicht‘:
„Mit Arbeit und Fleiß schafft man es nicht.
Um Boss zu werden hilft allein,
ein Arschloch von Format zu sein,
dass mit viel Lärm und ungeniert,
nichts als nur Scheiße produziert.

(Frank Arnold)
Quelle: www.deingedicht.de

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Frederik Beyer
frederik.beyer@evoleo.de
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