Kzenon - Fotolia.com #19694581

DAS KERNPROBLEM VIELER FRAUEN NACH DER ELTERNZEIT

Eine Mitarbeiterin kehrt aus der Elternzeit an ihren Arbeitsplatz zurück. Doch die Zeit ist in ihrer Abwesenheit wie im Flug vergangen und ohne sie hat ja alles prächtig funktioniert. So richtig gerechnet hat mit ihrer Rückkehr niemand: „Ach, Sie gibt es ja auch noch. Hm, was machen wir denn jetzt mit Ihnen?“

Wiedereinstellung – ein Problem?

Die typische Situation vor der Unternehmen und Rückkehrerin dann stehen: Die ursprüngliche Stelle gibt es so gar nicht mehr. Oder sie wurde durch einen anderen Mitarbeiter besetzt. Selbstverständlich hat das Unternehmen in ihrer Abwesenheit eine funktionierende Lösung gefunden, die nun kein vernünftiger Mensch wieder auseinanderreißen möchte.

Es muss also für sie eine gleichwertige Stelle gefunden werden, was an und für sich schon schwierig sein kann. Hinzu kommt: Die in den Beruf zurückkehrenden Mütter können meistens nur Teilzeit arbeiten. Und das am liebsten vormittags.

Gut, das sind alles praktische Probleme, für die sich mit dem Zutun aller Beteiligten erfahrungsgemäß fast immer auch praktische Lösungen finden lassen. Jedenfalls wenn das Unternehmen groß genug ist. Allerdings gibt es da außerdem noch die hartnäckigen Vorurteile bei Kollegen und Chefs: Mütter werden beispielsweise als zeitlich unflexibel angesehen, sie fehlen oft, weil ihre Kinder ständig krank werden, und sie können sich nicht auf die Arbeit konzentrieren, weil sie dauernd durch den Nachwuchs abgelenkt sein sollen. Die Rückkehrerin wird also oft von vorneherein nicht als Leistungsträgerin sondern als Hemmschuh betrachtet.

Wenn ich als Evoleo-Training-Consultant ins Unternehmen komme, um in einer solchen Situation Lösungen zu finden, ist eine meiner ersten Aufgaben darum: Vorurteile abbauen!

Tragende Werte für das Unternehmen

Denn wenn Kollegen und Führungskräfte bereit sind, die Rückkehrerin nicht primär als mitarbeitende Mutter, sondern als muttergewordene Mitarbeiterin zu begrüßen, sind oft tragende Lösungen für den Berufsneustart möglich. „Hey, da geht ja doch was!“, darf so mancher Manager dann feststellen.

Bei mir selbst war es nicht anders: Nach meiner Mutterschaft stieg ich direkt auf einer Führungsposition in der Akademieleitung ein. Mein Chef räumte mir flexible Arbeitszeiten mit zwei Anwesenheitstagen und Homeoffice ein, wodurch ich mich zwischen Familie und Arbeit gut organisieren konnte. Diesen Freiraum zahlte ich mit einer hohen Arbeitsmotivation und besten Arbeitsergebnissen zurück.

Was nämlich oft übersehen wird: Eltern und insbesondere Mütter bauen eine starke Betriebsbindung auf, wenn ihnen die passenden Arbeitsbedingungen eingeräumt werden. Außerdem bringen sie ein gereiftes Standing mit: Selbstbewusst, krisenerprobt und entscheidungsfreudig können sie verantwortungsvolle Positionen und Aufgaben mit Kundenkontakt meistens besonders gut übernehmen. Und nicht nur das: Auch innerhalb und außerhalb der Firma entstehen um arbeitende Mütter starke Netzwerke, die Türen öffnen – weil die Solidarität unter arbeitenden Müttern so manche zähe Verhandlung einfacher macht.

Setzen Sie auf die Mütter – die wollen was bewegen!

Entsprechend zufrieden sind meiner Erfahrung nach dann beide Seiten – das Unternehmen und die zurückgekehrte Mitarbeiterin.

Wenn Unternehmen sich darauf einlassen, dass Mitarbeiterinnen nach der Geburt ihrer Kinder weiterhin vollwertige, ja vielleicht sogar immer leistungsfähiger werdende Mitarbeiterinnen sein können, dann kann aus einer oft unangenehmen Situation bei der Rückkehr eine Win-Win-Konstellation werden. Es lohnt sich, auf die Mütter zu setzen!

Simone Mäkelä
simone.maekelae@evoleo.de
Keine Kommentare

Einen Kommentar schreiben